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Kategorie: Trinkwasserhygiene

Risiken und Gefahren in unserem Trinkwasser

24.11.2016 Kommentare: 0

Die Trinkwasserverordnung von 2012 hat weitgehende Folgen für Eigentümer und Betreiber

Die tödliche Gefahr ist mit bloßem Auge nicht sichtbar. Legionellen sind Bakterien, die sich im warmen Wasser vermehren. Haupt Infektionsweg ist das Einatmen erregerhaltiger, lungengängiger Aerosole aus dem Warmwasserbereich. Die Infektion kann beim Duschen über den Wassernebel oder in Whirlpools, Schwimmbecken Bereichen und anderen mit Wasserversprühungen oder -vernebelung versehenen Anlagen erfolgen. 

Trinkwasser

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Künstliche Wasserfälle, Fontänen und Rutschen können ebenfalls Herde für die tödlichen Keime darstellen. Die Bakterien lösen erkältungsähnliche Atemwegsbeschwerden und in schweren Fällen Lungenentzündungen aus. Ältere Menschen, Raucher, Leistungssportler und Personen mit geschwächtem Immunsystem können sogar an der berüchtigten Legionärskrankheit sterben. Ca. 3000 Menschen fallen ihr jährlich zum Opfer.

Wie kommt es zu einer Trinkwasserverkeimung?

Wassertemperatur

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Legionellen kommen in jedem Trinkwasser vor. Allerdings entscheidet die Wassertemperatur hauptsächlich, ob sich Legionellen auf gesundheitsbedenkliche Konzentrationen vermehren. Über 20 °C steigt die Vermehrungsrate an und erreicht ihren Höhepunkt bei 30 °C bis 45 °C. Steigt die Temperatur weiter an, beginnt sie langsam wieder zu sinken und ab 55 °C kommt es zum Absterben der Keime. Eine sichere Abtötung dieser erfolgt oberhalb von 60 °C.

Geht Energieeinsparung auf Kosten unserer Gesundheit?

Gesundes Trinkwasser

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Ein Interessenkonflikt zwischen geringem Energieverbrauch und Gesundheit besteht definitiv. Die Energieprimäreinsparung kann nicht einfach im Wasseraufbereitungsbereich umgesetzt werden, wenn man die obigen Fakten und Gefahren kennt. Hier sind Spezialisten der Trinkwasserhygiene-Prüfung gefragt, die den Spagat zwischen Energieeinsparung und Keimfreiheit genau kennen.

Wie kann eine Verkeimung verhindert werden?

Fachmann Trinkwasserhygiene-Prüfung

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Trinkwasseranlagen müssen geprüft und gewartet werden, nach anerkannten Regeln der Technik. Es dürfen keine Stagnations- und Totleitungen vorhanden sein. Nach dem Motto: Wasser muss immer fließen.
Hinweis: Kaltwasser max. Temperatur: 20 °C | Warmwasser kontinuierliche Temperatur: 55-60 °C

Gefährliche Epoxidharzbeschichtung

Epoxidharzbeschichtung

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Rohrsanierung von Trinkwasserleitungen mittels Epoxidharzbeschichtung wird ab sofort als unzulässig angesehen. Das 2007 zugelassene Dichtungsmittel wird 2010 vom Umweltbundesamt als nicht mehr unbedenklich eingestuft. Erfahrungen zeigen, dass es bei Rohrinnenbeschichtungen mit Epoxidharzen zur Freisetzung von Epichlorhydrin und Bisphenol A in das Trinkwasser und damit zum Verbraucher kommen kann. Eine Überschreitung des Grenzwerts für Epichlorhydrin kann nicht ausgeschlossen werden. Der zuständige Branchenverband DVGW distanzierte sich von dem Verfahren der Rohrsanierung.

Ist im Falle einer Verkeimung mit strafrechtlichen Folgen zu rechnen?

strafrechtliche Folgen

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Ja, denn zum Schutz der Verbraucher und unseres Trinkwassers hat der Gesetzgeber eine verschärfte Trinkwasserverordnung verabschiedet.

1. Die Grenzwerte für die bakterielle Verunreinigung wurden drastisch herabgesetzt.

2. Anzeige-, Dokumentations-, Untersuchungs-, Handlings- und Informationspflicht ist klar geregelt und erfordert ein hohes Maß an Know-how.

3. Heute sind gewerbliche wie private Eigentümer in gleichem Maße betroffen. Bisher waren nur öffentliche Gebäude wie z.B. Krankenhäuser, Altenheime, Kindergärten und Hotels verpflichtet, regelmäßig Nachweise zur Einhaltung der Trinkwasserqualität zu erbringen.

4. Strafrechtliche Verfolgung bei tödlichem Ausgang. Die Betreiberhaftung wurde verschärft und die Beweislastumkehr eingeführt. Der Eigentümer muss nachweisen, dass er nicht für die Verkeimung verantwortlich ist. Bei Zuwiderhandlung kann ein Bußgeld bis € 25.000 verhängt werden. Nach Paragraph 24 Abs. 1 TW-Verordnung 2011 werden Verstöße nach Paragraph 75 Abs. 1 und Abs. 2 Infektionsschutzgesetz bestraft: Geldstrafe oder Freiheitsstrafe von bis zu 2 Jahren.

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