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Die wichtigsten VDI Richtlinien und DIN Normen für Ihre Heizung

Wozu dienen VDI-Richtlinien und DIN-Normen?

Eine DIN-Norm ist ein Dokument, welches Anforderungen an Dienstleistungen, Produkte oder Verfahren festlegt. Es wird Klarheit über deren Eigenschaften geschaffen, sie erleichtern und regeln den freien Warenverkehr, wovon auch der Export profitiert. Eine Norm unterstützt die Qualitätssicherung in der Wissenschaft, Technik, Wirtschaft und Verwaltung. Sie dient vor allem der Sicherheit von Mensch und Sache in allen Lebensbereichen. Aktuell gibt es etwa 34.000 DIN-Normen, festgehalten im Deutschen Normenwerk. Die Anwendung von DIN-Normen ist grundsätzlich freiwillig. Sie werden allerdings bindend, wenn sie Inhalt von Verträgen sind oder wenn ihre Einhaltung gesetzlich vorgeschrieben ist. 

Ähnlich verhält es sich mit VDI-Richtlinien. Sie tragen als technische Regeln in erster Linie dazu bei, dass die Gesundheit des Menschen geschützt ist und die deutsche Wirtschaft wettbewerbsfähig bleibt. Seit mehr als 125 Jahren werden durch diese Richtlinien vertragliche Vereinbarungen erleichtert, Handelshemmnisse abgebaut und technisches Wissen verbreitet. Vor allem schafften sie Sicherheit und Vertrauen in deutsche Güter und Dienstleistungen und fördern die Innovation.


VDI Richtlinien und DIN Normen für Ihre Heizung

  • VDI 2035: Vermeidung von Schäden in Warmwasser-Heizungsanlagen

    Frisches Wasser kann grundsätzlich bei Heizungsanlagen Probleme verursachen. Denn durch Erdalkalien im Heizungswasser kann es zu Steinbildung kommen und der im Wasser enthaltene Sauerstoff kann zu Korrosion führen. Das Füll- und Ergänzungswasser bei größeren Heizungsanlagen muss daher bestimmte Maßgaben erfüllen, die die Richtlinienreihe VDI 2035 u. a. festlegt.   

    Die Richtlinie VDI 2035 gliedert sich in 3 Blätter:

    In Blatt 1 geht es um die Steinbildung in Trinkwassererwärmungs- und Warmwasser-Heizungsanlagen sowie um die wasserseitige Korrosion in diesen Anlagen. Hier geht es vor allem um die Schäden durch Steinbildung und wie sie vermieden werden können. Aufgrund höherer Temperaturen in den Heizungsanlagen, zur Vermeidung eines Legionellen-Infektionsrisikos, besteht auch ein erhöhtes Risiko für Steinbildung.

    Blatt 2 beschäftigt sich mit Kaltwasser- und Kühlkreisläufen. Die Wichtigkeit dieses Punktes ergibt sich aus den Problemen des täglichen Betriebs der Anlagen, vor allem durch biologische und chemische Belastungen, die zu Korrosion führen. Nicht selten müssen Eigentümer und Betreiber bereits nach wenigen Jahren das Umlaufwasser reinigen und die Schäden der Korrosion beseitigen, was oft mit erheblichen Kosten verbunden ist. Eine ständige Überwachung und Analyse des Betriebs und des Wassers ist unerlässlich und sollte regelmäßig von Experten durchgeführt werden.

    Blatt 3 regelt die abgasseitige Korrosion metallischer Werkstoffe von Warmwasserheizungsanlagen, direkt beheizten Wassererwärmungsanlagen und den zugehörigen Abgasanlagen. Moderne Warmwasser-Heizungsanlagen werden immer komplexer und zur Sicherstellung ihrer Funktionalität, Effizienz und Lebensdauer ist die Beachtung der Regelungen in der Richtlinie VDI 2035 von enormer Wichtigkeit.

  • DIN EN 12831: Heizlastberechnung

    Die EN 12831 legt ein Berechnungsverfahren zur Ermittlung der Wärmezufuhr, die unter Norm-Auslegungsbedingungen benötigt wird, um sicherzustellen, dass die erforderliche Norm-Innentemperatur erreicht wird. Diese Richtlinien, die sich vor allem an die Planer, Ersteller und Betreiber von Wärmeversorgungsanlagen richten, stellen das Verfahren zur Berechnung der Norm-Heizlast europaweit auf eine einheitliche Basis.

    Beschrieben wird das Verfahren zur Berechnung der Heizlast auf einer raum- oder zonenweisen Basis zum Zwecke der Auslegung der Heizflächen sowie auf Basis der gesamten Heizungsanlage zur Auslegung des Wärmeerzeugers. Dabei sind bei der Raumheizlast auch ein angemessener Mindestluftwechsel und Lüftungswärmeverluste zu berücksichtigen. Wärmeverluste durch die äußere Umgebung, Erdreich sowie unbeheizte Nachbarräume müssen ebenfalls miteinbezogen werden. 

    Die für die Berechnung der Norm-Heizlast erforderlichen Werteparameter und Faktoren sind in so genannten nationalen Anhängen zur EN 12831 hinterlegt (z. B. DIN EN 12831 Beiblatt 1). Im Anhang D der EN 12831 werden alle Faktoren, die auf nationaler Ebene bestimmt werden können, aufgelistet und Standardwerte für alle Fälle angegeben, in denen keine nationalen Werte verfügbar sind.

    Es hat sich gezeigt, dass Heizungen nach EN 12831 zu groß ausgelegt werden. Deswegen wurde am 1. Juli 2008 eine Neuausgabe des nationalen Beiblattes veröffentlicht, welche die Ergebnisse auf die Werte der alten DIN 4701 absenkt. Wenn kein nationaler Anhang verfügbar ist, können die Werte dem Anhang D der EN 12831 entnommen werden.

    Mit der EN 12831 wird das Verfahren zur Berechnung der Norm-Wärmeverluste und der Norm-Heizlast für Standardfälle unter Auslegungsbedingungen festgelegt. Gebäude mit einer begrenzten Raumhöhe (nicht über 5 m) und Gebäude, bei denen angenommen werden kann, dass sie unter den Norm-Bedingungen auf einen stationären Zustand beheizt werden, gelten dabei als Standardfälle.

    Einen ausführlichen Artikel finden Sie in unserem separaten Beitrag Heizlastberechnung

  • DIN 276: Ermittlung der Projektkosten sowie Honorare für Architekten & Ingenieure

    Die Kostenermittlung der Baukosten erfolgt im Bauwesen nach DIN 276. Diese dient in erster Linie Architekten und Ingenieuren zu Kostenplanung und Kostenberechnung. Ursprünglich für den Hochbau bestimmt, findet sie inzwischen auch in anderen Bereichen des Bauwesens Anwendung und enthält seit der Neuauflage 2006 auch die Kosten für Provisorien wie zum Beispiel Außenanlagen. Zur Kostengliederung werden zusammenhängende Kosten in Kostengruppen unterteilt. Die Kostengruppe (KG) 420 enthält beispielsweise die Aufschlüsselung der Kosten von Wärmeversorgungsanlagen. Schornsteinanlagen können allerdings auch in einer anderen Kostengruppe erfasst werden. Kostengruppe 410 der DIN 276 führt zum Beispiel die Kosten für Wasser-, Abwasser-, und Gasanlagen (auch in KG 413) auf, darunter die Kosten für Steuer-, Regel und Messanlagen, fest verbundene Verteilungssysteme, Rohrleitungen, Anschluss und Entnahmestellen sowie Brandschutz- und Schallvorkehrungen. In der Kostengruppe 700 finden sich  die Baunebenkosten.    

  • DIN 18380: Heizanlagen und zentrale Wassererwärmungsanlagen

     

    In der DIN 18380 geht es vor allem um den hydraulischen Abgleich der Heizungsanlagen. Hier hat der Auftraggeber dem Auftragnehmer vor Beginn der Montagearbeiten die erforderlichen Daten zum hydraulischen Abgleich zur Verfügung zu stellen. Hierbei werden Umwälzpumpen, Armaturen und Rohrleitungen durch Berechnung so aufeinander abgestimmt, dass bei den zu erwartenden Betriebsbedingungen eine ausreichende Wassermengenverteilung sichergestellt ist. Dabei dürfen auch die zulässigen Geräuschpegel nicht überschritten werden. Ist z.B. bei Schwachlastbetrieb ein übermäßiger Differenzdruck zu erwarten, so sind differenzdruckregelnde Einrichtungen vorzusehen. Bei thermostatischen Heizkörperventilen in Zweirohrheizungen ist Voraussetzung für den hydraulischen Abgleich, dass diese Ventile im Verhältnis zum max. möglichen Differenzdruck an der Umwälzpumpe bzw. an der dem Anlagenabschnitt vorgeschalteten Differenzdruckbegrenzungseinrichtung einen entsprechend hohen Widerstand aufweisen.

    Der Auftragnehmer hat die Anlagenteile so einzustellen, dass die geplanten Funktionen und Leistungen erbracht und die gesetzlichen Bestimmungen erfüllt werden. Der hydraulische Abgleich ist mit den rechnerisch ermittelten Einstellwerten so vorzunehmen, dass bei bestimmungsgemäßem Betrieb, also z.B. auch nach Raumtemperaturabsenkung oder Betriebspausen der Heizanlage, alle Wärmeverbraucher entsprechend ihrem Wärmebedarf mit Heizwasser versorgt werden. Nach VOB (Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen) muss grundsätzlich für jede Heizungsanlage ein hydraulischer Abgleich vorgenommen werden. Die genauen Regelungen finden sich dazu im Teil C ATV (Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen).

  • DIN 18599: Berechnung Energiebilanz für Heizung, Kühlung, Lüftung, Trinkwarmwasser und von Gebäuden

    Zur Feststellung der Energieeffizienz entwickelte ein Arbeitsausschuss die Normenreihe DIN V 18599, die Energetische Bewertung von Gebäuden – Berechnung des Nutz-, End- und Primärenergiebedarfs für Heizung, Kühlung, Lüftung, Trinkwarmwasser und Beleuchtung. Die damit erstellte Berechnungsmethode dient der Beurteilung aller aufzuwendenden Energiemengen. Es wird der Nutz -, End -, und Primärenergiebedarf für Beheizung, Beleuchtung und Warmwasserbereitung des zu untersuchenden Gebäudes berechnet. So wird eine integrale Energiebilanzierung erstellt, die den Baukörper, die Nutzung und die Anlagentechnik umfasst und die gegenseitigen Wechselwirkungen sowie Randbedingungen und Klimaregionen miteinbezieht. Die DIN 18599 ist sehr umfassend und  setzt sich aus 11 Teilen zusammen: So behandelt sie zum Beispiel auch den Nutzenergiebedarf für Kühlen und Heizen von Gebäudebereichen oder den Endenergiebedarf von Kühlungs- und Raumlufttechnik von Nichtwohngebäuden.  

  • DIN EN 12828: Europäische Norm für Heizungsanlagen

    DIN EN 12828 enthält allgemeine Angaben für die Auslegung der Wärmeerzeuger und -verteilung sowie des Wärmeabgabesystems. So wird beispielsweise empfohlen, vor Planungsbeginn ein Anforderungsprofil in Abstimmung mit dem Auftraggeber zu erstellen, das die wesentlichen Informationen für die Auslegung der Heizungsanlage enthält. Dazu zählen beispielsweise:

    • Art der Energieversorgung,
    • Art und Anordnung des Wärmeerzeugers,
    • Art und Anordnung der Heizflächen,
    • Maßnahmen zur Behandlung des Heizungswassers,
    • Methode der Heizlastberechnung, z.B. nach DIN 12831,
    • Normtemperaturen (innen und außen),
    • Festlegung, ob qualifiziertes Bedienungspersonal erforderlich ist,
    • Festlegung der Verantwortlichkeit zwischen Planer und Installateur.
  • VDI 2050: Anforderung an Technikzentralen

    Die Richtlinie VDI 2050 dient als Basis für die Planung und der gesamtheitlichen Betrachtung von Gebäude und Technischer Gebäudeausrüstung (TGA).

    Hierbei steht die Planung und Ermittlung des Flächenbedarfes der Technikzentralen eines Gebäudes im Mittelpunkt. Während im Blatt 1 eine globale Ermittlung dieser Informationen erfolgt, wird in den nachfolgenden Blättern eine detaillierte Ermittlung vorgestellt. Mit dieser Richtlinienreihe steht für unterschiedliche Nutzer und Anwender ein geeignetes Planungsinstrument zur Verfügung. Flächen für Installationsschächte werden dabei nicht berücksichtigt, sie sind bei der Berechnung des Bedarfs allerdings nicht zu vernachlässigen.

  • DIN 4702 & DIN EN 303: Anforderungen an Heizkessel

    Die Richtlinie DIN 4702, ersetzt durch EN 303, gilt für Kessel von Zentralheizungen (Heizkessel) mit Gebläsebrennern bis zu einer Nennwärmeleistung von 1000 kW, die nach der Bedienungsanleitung des Kessels entweder mit Unterdruck (Naturzugkessel) oder mit Überdruck (Überdruckkessel) im Brennraum betrieben werden. EN 303 legt alle Begriffe und Anforderungen an Werkstoffe, Kennzeichnungen und Prüfungen für Heizkessel fest.

  • EnEV 2018 & GEG 2018: Gebäude Energie Gesetz

    Das Gebäudeenergiegesetz 2018 ist eine neue Energieeinsparverordnung, in dem die bisher parallel laufenden Regeln und Normen zusammengeführt werden: das Energieeinsparungsgesetz (EnEG), die Energieeinsparungsverordnung (EnEV) und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG).

    Ziel und Zweck des neuen Gesetzes ist ein möglichst sparsamer Einsatz von Energie einschließlich einer zunehmenden Nutzung erneuerbarer Energien zur Erzeugung von Wärme und Kälte. Unter Beachtung des Grundsatzes der Wirtschaftlichkeit soll das Gesetz im Interesse des Klimaschutzes, der Schonung fossiler Ressourcen und der Minderung der Abhängigkeit von Energieimporten dazu beitragen, die energie- und klimapolitischen Ziele der Bundesregierung, insbesondere einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand bis zum Jahr 2050 sowie die Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch für Wärme und Kälte auf 14 Prozent bis zum Jahr 2020 zu erreichen, um eine nachhaltige Entwicklung der Energieversorgung zu ermöglichen. Besonders strenge Gebäuderichtlinien sind für Neubauten geplant, hier ist mittelfristig das Passivhaus und Fast-Null-Energiehaus das Ziel. Auch soll der Energieausweis zukünftig verpflichtend CO2-Kennwerte enthalten. Wann genau das neue GEG 2018 in Kraft tritt, ist nicht genau abzusehen, da aktuell noch Sondierungsgespräche in der Bundesregierung laufen.

Genaue Informationen zu allen VDI-Richtlinien und DIN-Normen erhalten Sie
auf der Webseite vom Verein Deutscher Ingenieure und dem Deutschen Institut für Normung

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