
Photovoltaik Mieterstrommodell & gemeinschaftliche Gebäudeversorgung
Wie Mehrfamilienhäuser zur Energiewende beitragen können
Photovoltaik auf Einfamilienhäusern ist längst etabliert, doch auf Mehrfamilienhäusern bleibt noch enormes Potenzial ungenutzt. Gerade Wohnungseigentümergemeinschaften (WEGs), Vermieter und Eigentümer von Mehrfamilienhäusern stehen zunehmend vor der Frage:
Wie kann Solarstrom wirtschaftlich und sinnvoll direkt im Gebäude genutzt werden?
Mit dem klassischen Mieterstrommodell und der neuen „gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung“ (gGV) entstehen attraktive Möglichkeiten. Studien der RWTH Aachen University und des Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE zeigen, dass gerade im Bereich Mehrfamilienhäuser noch erhebliche Potenziale für die Energiewende bestehen.
Warum Mehrfamilienhäuser für die Energiewende so wichtig sind
Bisher wurde Photovoltaik vor allem auf Einfamilienhäusern umgesetzt. Mehrfamilienhäuser dagegen galten lange als schwierig:
- komplexe Eigentümerstrukturen
- rechtliche Hürden
- aufwendige Abrechnung
Dabei bieten gerade große Dachflächen enormes Potenzial für lokale Stromerzeugung. Laut Analysen des Fraunhofer CINES können Mieterstrommodelle und gemeinschaftliche Gebäudeversorgung wirtschaftlich attraktiver sein als reine Volleinspeisung.
Was ist ein Mieterstrommodell?
Beim Mieterstrom wird Solarstrom direkt auf dem Gebäude erzeugt und an die Bewohner verkauft – ohne den Umweg über das öffentliche Stromnetz. Das bedeutet:
- geringere Stromkosten für Mieter
- bessere Wirtschaftlichkeit der PV-Anlage
- mehr Unabhängigkeit vom Energiemarkt
Der Vermieter bzw. Betreiber wird dabei allerdings zum Stromlieferanten und übernimmt zusätzliche organisatorische Aufgaben wie:
- Stromlieferverträge
- Abrechnung
- Reststrombeschaffung
Genau diese Bürokratie hat viele Projekte bislang ausgebremst.
Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung: Die neue Alternative
Mit dem Solarpaket I wurde die gemeinschaftliche Gebäudeversorgung (gGV) eingeführt. Ziel ist, die Nutzung von Solarstrom in Mehrfamilienhäusern einfacher zu machen. Der große Unterschied zum Mieterstrommodell – beim gGV-Modell:
- bleibt jeder Bewohner bei seinem bisherigen Stromanbieter
- wird lediglich der lokal erzeugte PV-Strom anteilig genutzt
- entfällt die klassische Vollstromversorgung
Dadurch sinkt der administrative Aufwand erheblich. Besonders interessant ist das Modell für:
- Wohnungseigentümergemeinschaften (WEGs)
- kleinere Mehrfamilienhäuser
- Gebäude mit mehreren Eigentümern

Welche Vorteile bieten diese Modelle?
- Höherer Eigenverbrauch des Solarstroms – Strom wird dort genutzt, wo er erzeugt wird. Das erhöht die Wirtschaftlichkeit der Anlage.
- Geringere Stromkosten – Bewohner profitieren von lokal erzeugtem Strom, der häufig günstiger ist als Netzstrom.
- Wertsteigerung der Immobilie – Nachhaltige Energiekonzepte steigern langfristig die Zukunftsfähigkeit von Immobilien.
- Beitrag zur Energiewende – Mehrfamilienhäuser gelten als wenig erschlossenes PV-Segment mit enormem Potenzial.
Unser Fazit – Mehrfamilienhäuser als wichtiger Baustein der Energiewende
Mieterstrommodelle und gemeinschaftliche Gebäudeversorgung eröffnen neue Chancen für Mehrfamilienhäuser. Während Photovoltaik auf Einfamilienhäusern längst etabliert ist, steckt in WEGs und Mehrfamilienhäusern noch enormes Potenzial.
Die neuen Modelle können helfen:
- Stromkosten zu senken
- Immobilien aufzuwerten
- den Eigenverbrauch zu steigern
Vor allem die gemeinschaftliche Gebäudeversorgung könnte in den kommenden Jahren zu einem wichtigen Baustein für die dezentrale Energieversorgung werden.

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